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Erkennst du dich in deinem Leben?

Wieso sich mit dieser einen Frage alles oder nichts verändern kann…

Vielleicht mag diese Frage, für Dich jetzt gerade komisch klingen. Und doch steckt da eine unglaubliche Erkenntnis dahinter…

Vor rund zwei Jahren, hab ich das selber erlebt. Alles war gut, ich hatte ein Leben welches mir alles was ich haben wollte, auch bieten konnte. Ich hatte geregelte Arbeitszeiten, einen Job bei dem ich bestens wusste was ich zu tun hatte, Menschen um mich herum, mit denen ich Spass haben konnte und wenn ich mir etwas leisten wollte, dann tat ich es einfach.

Nach und nach ganz langsam, schlich sich da eine Stimme ein. Sie machte sich oft dann bemerkbar, wenn ich am Abend alleine war. Dann wenn keine Freunde da waren und auch keine Arbeit, die mich beschäftigte. Sie forderte mich auf hinzusehen und zu spüren. Nur wohin, was sollte ich fühlen? Es gab da nichts, es war leer. Natürlich war es nicht wirklich leer, aber es fühlte sich tatsächlich so an.

So ertappte ich mich immer öfter dabei, wie ich bemerkte dass diese Leere in mir, sich immer häufiger zeigte. Sie war da, auch dann wenn ich arbeitete und auch dann, wenn meine Freunde da waren. Was war da bloss los?

Dann kam schon bald der Tag, an dem ich ganz normal zur Arbeit ging und dabei noch fröhlich eine Melodie vor mich hin summte. Ich begann wie gewöhnlich zu arbeiten und da war sie wieder, riesig gross und plötzlich so mächtig- diese Leere in mir.

Ich fühlte innert weniger Sekunden, wie sich meine Körperhaltung veränderte und in diesem Moment schoss mir eine einzige Frage durch den Kopf: Erkenne ich mich in diesem Leben, dass ich gerade lebe?

Die Möglichkeit darüber nachzudenken hatte ich gar nicht, denn mein ganzer Körper/ mein Wesen, sagte mit jeder einzelnen Faser des Seins- NEIN.

Von dieser Sekunde an, war ich bereit alles was da war aufzugeben. Ich wusste tief in mir, dass es keinen Sinn machen würde, wenn ich mich dagegen stellte.

So hab ich an diesem Tag meine Route ausserplanmässig geändert und damit auch einige Menschen unerwartet vor den Kopf gestossen. Ich spürte diesen mächtigen Gegenwind, der sich da plötzlich bemerkbar machte und wie langsam auch der Sturm aufzog.

War ich bereit dazu? Hatte ich mir das wirklich gut überlegt? Wusste ich, was ich da tat? Nein, auf jede dieser Fragen gibt es nur eine richtige Antwort: Ich habe es einfach gefühlt!

Da war eine unglaubliche Freiheit die sich langsam ausbreitete in mir, eine Sehnsucht die mehr und mehr an Kraft gewonnen hatte und eine Vision die mich antrieb.

So kam es, dass ich mich befreite von Dingen, die mir nicht mehr entsprachen. Es waren viele kleine Dinge und es waren auch grosse dabei, die ich nach und nach anschauen durfte. Ich lernte mich in jedem Moment, selber besser kennen.

Dazu gehörte auch, von Dingen und auch von Menschen Abschied zu nehmen. Dort wo das Herz nicht mehr dabei war, dort wo es reine Zweckerfüllung war, ehrlich zu sein und Raum zu schaffen für neue Möglichkeiten.

Doch, wie findest Du heraus, ob Du Dich wirklich erkennst in deinem Leben? Eigentlich ganz einfach und doch schwerer als es klingt. Prüfe mal dein Leben, jetzt in diesem Moment. Gehst Du grundsätzlich gerne zur Arbeit oder verfluchst Du jeden Morgen, der dich daran erinnert, dass Du jetzt gleich dorthin musst? Bist Du glücklich in deiner Beziehung oder ist es einfach gemütlich und gut eingespielt? Fühlst Du noch das Feuer dabei, strahlt dein Herz beim Gedanken an deinen Partner/Partnerin? Lebst Du deine Träume und Visionen oder halten sie Dich einfach mehr oder weniger über Wasser?

Wenn Du bereit dazu bist, aufzugeben was Dich einengt und runterzieht, dann hast du schon halb gewonnen. Denn eigentlich weiss ein jeder von uns, was er gerne tut und was nicht, was ihm Freude macht und was nicht. Wo es leicht geht und wo eben nicht, was uns berührt oder kalt lässt.

Die Frage ist nur, ob wir dem Leben vertrauen. Ja ob wir wirklich daran glauben, dass es keinen Sinn macht, mit dem Leben und mit uns selber im Kampf zu sein. Das bedeutet auch, dass wir bereit sind uns fallen zu lassen, ohne zu wissen wie weit und wohin.

Das bedeutet nicht, dass es einfach sein wird oder dass wir nur noch glücklich sein werden. Vielmehr begegnen wir auch unseren eigenen Schatten und haben die Chance, sie zu unseren Freunden zu machen. Sie liebevoll anzunehmen- ja die Angst, die Enttäuschung, die Zweifel, die Ohnmacht, all das ist ein Teil von uns.

Mensch zu sein bedeutet nicht nur, glücklich zu sein. Mensch zu sein, bedeutet zu erleben was das Leben mit sich bringt, zu erkennen was in diesem einem Moment IST, was uns strahlen lässt und auch anzunehmen, wenn es mal wieder auf Talfahrt geht.

Denn das alles bin ich- bist Du und sind WIR!

Liebe Seele, ich wünsche Dir mehr und mehr Mut, dein Wesen zu zeigen, es zu leben und es zu lieben. Zu erkennen, wer Du bist und der/die zu sein, den Du sein möchtest. Dass Du dir selber, besonders dann wenn Du es am meisten brauchst- dein bester Freund sein kannst.

Alles ist möglich, Leben heisst Veränderung und Mensch zu sein bedeutet, sich immer wieder neu zu entdecken und zu erkennen und zu leben, wer Du in deinem Leben wirklich sein möchtest.

Von Herz zu Herz, Graziella

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