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Frieden schliessen mit der Vergangenheit

Hast Du dich auch schon mal gefragt, weshalb es uns oft so unendlich schwer fällt, mit dem was vorbei ist, auch wirklich abzuschliessen? Die Vergangenheit einfach mal in Frieden ruhen lassen und so die zukünftige Vergangenheit sinnvoll zu gestalten?

Vor einigen Jahren habe ich mal damit begonnen mich bewusst zu beobachten, wie oft am Tag ich irgendwo in vergangenen Geschichten und Erinnerungen herumsurfte. Weisst Du was? Ich bin echt erschrocken!

Alles was mir über den Tag verteilt begegnete, wurde sofort mit irgendeinem Erlebnis oder Menschen von früher verknüpft. Manchmal waren es auch nur Bruchteile von Sekunden, doch sie waren da.

Ist Dir schon mal aufgefallen, dass wir in unseren Alltagsgesprächen unglaublich oft von der Vergangenehit sprechen? Weisst Du noch, wie es früher war, ja da hatten wir es immer lustig, ich hätte doch den anderen Weg versuchen sollen, wen wundert’s das war früher schon immer so…usw.

Richtig hartnäckig sind dann die einschneidenden Themen, je nach dem wie wir unsere Kindheit erlebt haben. Wurde uns damals oft gesagt, dass wir ohne Fleiss niemals etwas erreichen werden oder dass wir immer anständig und rücksichtsvoll sein sollen, dann kommen wir heute sehr wahrscheinlich oft unter die Räder.

Noch schlimmer sind die Momente, in denen wir Leid erfahren haben, egal auf welche Art und Weise. Die haben sich meist als ganz tiefe Wunden in uns eingebrannt und haben noch heute eine unglaubliche Kraft.

Wieso haftet die Vergangenheit wie ein fieser, glitschiger und stinkender Kleber an uns?

Ich glaube das ist so, weil wir oft etwas ganz wichtiges vergessen haben! Wir haben nicht gefühlt, was damals mit und in uns geschehen ist. Nein, wir haben eine sehr clevere und manchmal auch sinnvolle Option gewählt- die des Verdrängens.

Diese Option dürfen wir nicht verurteilen, ich finde sie sogar richtig gut. Im richtigen Moment den Verdrängunsmodus zu aktivieren, kann wichtig sein um zu Überleben!

Hätte ich früher in brenzligen und schweren Situationen zuerst mal gefühlt, uiii das wäre glaub ich öfter mal nach Hinten losgegangen. Es gibt nur einen Haken an der ganzen Geschichte, weisst Du welchen? Wir tun’s im Nachhinein meist gar nicht mehr.

Kaum ist das Ereignis dann durch, geht das Leben weiter. Wir denken zwar noch sehr oft daran, nur zu tief rein, dass möchten wir nicht mehr. Glücklich darüber das es jetzt vorbei ist, packen wir unbewusst weiteren Proviant in unseren Rucksack.

Wie komme ich eigentlich dazu, die Vergangenheit als Proviant zu bezeichnen? Naja, wir füttern uns doch ständig damit, nicht? Wenn auch immer uns eine ähnliche Situation oder Person begegnet und bestenfalls sogar noch ähnliche Sätze fallen, dann wühlen wir unserem Rucksack und das grosse Schlemmen geht los.

Wir alle sind Weltmeister- wenn es um das Verdrängen geht!

Das mag alles ein wenig sarkastisch klingen, wenn wir aber genau hinschauen, dann erkennen wir unsere eigene Taktik dahinter. Was wir denken, dass das Beste für uns ist, ist nicht immer auch das Richtige.

Was geschieht mit Dir, wenn Dir jemand sagt, dass er dich nicht mag? Oder wenn er dich immer übergeht und nicht wahrnimmt?

Wenn jemand zu Dir sagt, dass ist nicht schön was Du da gemacht hast? Du solltest es besser machen.

Fühlst Du dich dann nicht zurückversetzt in deine Vergangenheit? Also mir ging und geht es auch heute immer mal wieder so, wenn auch nicht immer bewusst. Irgendwo in mir, kommt dann das Gefühl auf, dass ich mich vielleicht nicht genügend angestrengt habe, nicht nett genug war oder sowieso immer alles falsch mache.

Jedes Mal wenn Du dir selber die Hand reichst, wird es ein Stückchen freier…

Fakt ist: Die Vergangenheit ist vorbei und nichts und niemand kann bis heute daran etwas ändern. Viele leben dann genau so weiter, weil sie denken alles ist schon vorbei. Ein bisschen Mitleid hat noch niemandem geschadet, das stimmt. Nur sich auf Lebzeit selber zu bemitleiden ist nicht nur sinnlos, sondern auch gefährlich.

Irgendwann wird es sichtbar, es fehlt an Lebensfreude, an Mut und kann auf Dauer auch krank machen. Wieso also tun wir uns das an?

Ist es nicht schon schlimm genug, dass es mal schlimm war? Heute haben wir es doch selber in der Hand, jeden Tag auf’s Neue. Nichts und niemand kann uns vorschreiben, wie wir unser Leben zu gestalten haben. Wir limitieren uns in den Möglichkeiten, die uns das Leben bietet und gestehen uns die Fülle nicht zu.

Falsche Glaubenssätze füttern unser Hirn fleissig weiter- solange wir es zulassen!

Wer auch immer Dir irgendwann mal gesagt hat, Du bist nicht gut genug, Du kannst dies oder jenes nicht, Du bist es nicht wert oder dich sogar körperlich angegriffen hat, der hatte keinen Grund dazu. Das mag zwar wenig tröstlich sein, doch ist es wahr. Es hatte nie etwas mit Dir persönlich zu tun, ein jeder von uns ist Vollkommen und wundervoll. Was wir daraus machen und ob es so bleibt, dass ist unsere Entscheidung.

Irgendwann hatte ich genug davon, immer an mir zu zweifeln, traurig zu sein, hilflos und passiv am Leben teilzunehmen. Was bleib mir da übrig? Ja genau, zu mir selber zu schauen. Das in Nachhinein witzige daran ist, dass ich nichtmal wusste, wie das geht!

Wie kann ich mich selber gerne haben, wenn ich doch etwas falsch gemacht habe? Wie soll ich einfach stolz auf mich sein, wenn ich nichts “unglaubliches” erreicht habe? Wieso sollte ich mich belohnen, weil ich einfach ich bin???

Da machte es Klick!

Alles beruht auf Ursache und Wirkung, dass wissen wir ja eigentlich schon. So wurde mir dann klar, wenn ich mich selber gerne habe und nicht nur dann wenn ich gut bin, sondern besonders dann, wenn ich es gerade brauche weil ich mich nicht gut fühle, dann hab ich mehr Mut die Dinge zu tun, egal wie sie ausgehen.

Wenn ich stolz auf mich und mein Leben bin, weil ich das für mich und nicht für die Anderen bestmöglichste tue, dann gibt es immer einen Grund zum feiern.

Und das Allerwichtigste: Wenn ich mich selber immer wieder belohne und wertschätze, dann bin ich auf nichts und niemanden mehr angewiesen. Da kann von Aussen dann so einiges kommen, ich liebe mich umso mehr. Das Geniale daran ist, dass wir mehr und mehr auch solche Situationen und Menschen in unser Leben ziehen!

Ich hoffe, dass ich dich liebe Seele mit diesen Worten ermutigen konnte, dass Du den einen Fuss der vielleicht noch zu fest in der Vergangenheit steckt, noch ein Stückchen weiter herausziehen magst.

Die Erinnerungen bleiben so oder so, sie sind ein Teil von uns und das ist auch gut so. Nur werden sie nicht mehr an allen Ecken drücken, schmerzen und dich in deiner Freude einschränken.

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Ich grüsse Dich von Herz zu Herz

Graziella

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