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Kleinkrieg der Einkaufswagen-die Migros schliesst ihre Tore!

Samstagmorgen, die absolut “einmalige” Ultraidee, die hab bestimmt nur ich, dachte ich mir noch frühmorgens. Geh doch früh einkaufen, dass macht am Samstag Morgen bestimmt niemand und so bist du dann auch ganz zügig fertig. Na klaaaar! Wer hat eigentlich den Spruch; Wer denkt ist klar im Vorteil, erfunden? 🙂

So geh ich dann mal los, top Laune, eine Einkaufsliste in der Hand und eine Seelenruhe in mir. Kaum am Migros-Parkplatz angekommen, fahre ich gefühlte 100 x im Kreis und frage mich, weshalb mein “bestellter Parkplatz” ausnahmsweise mal nicht vorhanden ist…egal, weiter geht’s. Da passiert’s, es treffen sich Freunde mitten auf dem Parkplatz und begrüssen sich durch die Autofenster. Das scheint dann doch nicht zu reichen und da der Parkplatz sowieso schon voll ist, steigen sie dann erstmal gemütlich aus.

Neeeeeein, das Auto konnte natürlich nicht parkiert werden (da ja keine Platz mehr frei war- muss ich jetzt nochmals betonen!) und so wird es dann einfach mal in der Durchfahrt hingestellt um dann gemütlich eine Talk-Runde abzuhalten. Da stehe ich nun mit meinem Auto, vor der Gemeindeversammlung, welche sich heute mal auf dem Migros-Gelände zu treffen scheint und warte bis es weitergeht. Kein Problem denke ich mir, grinse und höre Musik dabei.

Da beginnt das Auto hinter mir laut zu hupen und die Lichtsignale tanzen zu meinem Musiktakt. Für einen kurzen Moment frage ich mich, ob mein wirklich nur mittelmässig-grosser Seat meinem Hintermann sämtliche Weitsicht raubt oder ob er einfach noch einen sinnlosen Glaubenssatz mit sich rumträgt. Nämlich den, dass wer genug laut ist, dem wird schon Platz gemacht! Nach gefühlten 5 Minuten scheint auch er zu verstehen, dass ausser seiner Autobatterie wohl niemand etwas davon merkt.

Yeeeees, die morgendliche Talkshow scheint dem Ende zuzugehen und die Herren steigen gemächlich in ihr Auto. Ich fühle mich wie kurz vor dem Rallye-Start, den Fuss auf dem Gaspedal, die Hände fest am Lenkrad, jede Sekunde zählt jetzt!
Da passiert es, nach einem Meter Fahrt entdecke ich den Parkwächter, welcher anscheinend total relaxt Pause zu machen scheint, sein Handy hat seine ganze Aufmerksamkeit und er scheint sich bei einer Zigi erfolgreich zu entspannen. Für einen Moment spüre ich, wie meine harmonische Seelenruhe leichte “Flatterkurven” bekommt und im nächsten Moment denke ich mir: Eigentlich toll, er lässt sich von NICHTS und NIEMANDEM aus der Ruhe bringen und wenn jetzt Pause ist, dann ist auch Pause. Sei ihm gegönnt, wenn auch vorzugsweise zu einer anderen Zeit *grrrr…*

So das Auto steht wo es stehen soll und ich bewege mich zu den Einkaufswägeli. Schnapp mir eines der letzten und laufe dann über die Zielgerade in die Migros rein. Da stehe ich nun und dank meiner Einkaufsliste hab ich einen genauen Plan, wie ich vorgehen muss. Ich stelle mein Wägeli ab und zwar so dass es am Rande steht und nein natürlich nicht direkt vor der Hauptanlaufstelle der 90%, wie z. B. Milchprodukte, Gemüse oder Früchte. Es steht bei den Konservendosen, Süssigkeiten und ähnlichem, schön aus der Schusslinie eben. Da höre ich plötzlich eine Stimme hinter mir: Sie, exgüssssse, ich sött da dure! Ich dreh mich um und schaue die Dame an, dann schaue ich auf meinen ca. 50 cm breiten Einkaufswagen und die ca. 1.50 Meter die daneben noch frei sind…hmmmm. Was soll’s, ich lächle freundlich, nehme meine Wagen und gebe der Dame die ganzen 2 Meter Durchgang frei, schliesslich soll sich ja jeder frei fühlen- auch in der Migros 🙂
Nun ausser einem schnalzen “tzzz” höre ich dann nichts mehr von ihr. Ich erinnere mich an einen Klassiker, welcher ich in den letzten 30 Jahren immer wieder gehört habe: Oooooooooommmmmmmm….einatmen, ausatmen!

So nun brauche ich noch die letzten 2 Dinge auf meiner Liste und ich hab’s geschafft- yeeeees! Allerdings bedeuten “nur 2 Dinge” nicht automatisch auch, dass es schnell geht. Die Migros gleicht mittlerweile einem Rugby-Feld! Überall flitzen Leute mit ihren Wägeli durch die Gänge, Dinge fallen runter- mal werden sie aufgehoben und mal eben nicht, es treffen sich auch hier Mitglieder der selbsteinberufenen Gemeindeversammlung und halten einen gemütlichen Schwatz bei quergestellten Einkaufswägeli. Was soll’s ich kämpfe mich weiter durch die immer weniger vorhandenen Lücken und schaffe es dann schlussenlich (Gott sei Dank) an die Kasse. Was kann jetzt noch passieren- niiiiiiichts! Ha, schon wieder denke ich und merke dass es nichts bringt 🙂

Gerade als ich mein Wägeli Richtung Band (ja das gaaanz schnelle schwarze Band…) schiebe, rast von der rechten Seite her eine Dame mit ihrem Wägeli direkt vor meines. Also im Autosport nennt man das bereits driften glaube ich zu wissen…weisch so richtig quer-Vollgas!
Für einen Moment bin ich sprachlos, was ja eigentlich doch eher selten der Fall ist und schaue die Dame an. Welche Überraschung, wir kennen uns ja schon und unsere Wägeli auch, ja genau vom Durchgang bei den Konservendosen!
Sie merkt dann, dass vielleicht eine kleine Anmerkung fällig wäre und sagt mit einem verlegenen Lächeln: Wüsset sie det vorne isch ebe min Maa! Mier händs pressant!
Ich: Aaaaaach so, keis Problem…ich has ned pressant. Dä Samschtig Morge isch ja schliesslich no jung und was git schöners als Stundelang izchaufe!
Die Dame scheint tatsächlich für einen Moment zu glauben was ich da sage, merkt dann aber doch dass da ein klitze-klein-wenig (würkli nur gaaaanz wenig) Ironie dahinter steckt und dreht sich dann stillschweigend um.

Die Kassiererin ist super, sie hat den Überblick und hat für jeden ein Lächeln übrig, danke dass brauche ich jetzt! Als ich dann mit meinem Wägeli durch die Tore der Migros Richtung Parkplatz düse, schau ich zurück und denke: Ach schade, nun schliesst die Migros ihre Tore (klar hätts denn vil Lüüt im Usverchaufsfeeling versuche ich mir einzureden…)

Nein, schönreden bringt nichts, weil ich ganz genau weiss: Es ist nur ein SONNTAG dazwischen!

Aber ja…Me weiss ja nie, was am Sunntig alles passiere chan, drum isch me am beschte uf alles vorbereitet und chauft i so vil me cha! Je nach Bsuech zum Bischpil, Vegetarisch, Vegan, äs Fleischbuffet und ä Frutatier-Variante müend schliesslich allziit ready sii- au wenn Sunntig isch 🙂

Es ist schon nicht mehr Frühmorgens, aber zum Glück immer noch Samstags als ich zuhause ankomme. Nun freue ich mich auf den leckeren Kuchen den ich scho lange mal wieder machen wollte…aber…

wooooooo zum G****sind die Eier???
Ich war doch auf dem Weg dorthin, hab mein Wägeli bei den Konservendosen abgestellt und dann…ach ja genau, dann kam alles anders.

Egal, so gab es dann halt ein anderes Dessert welches lecker schmeckte und auch die Migros ist am Mäntig wieder meine beste Freundin- Weil “d’Migros isch für alli da!”

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